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UPDATE – Was passiert mit den Spenden? Siehe u.a. Erdbebengeld für die mobile Klinik vom NAG und Decken für den Winter- oder wenn es an allem fehlt

Am 25. April 2015 wurde das Kathmandutal und weitere Gebiete in Nepal von einem Erdbeben der Stärke 7.9 auf der Richterskala erschüttert.

Nach drei langen Tagen wusste wir hier in der Schweiz endlich mit Sicherheit, dass alle Kinder und Mitarbeiter wohlauf waren und das Beben im Haus in Lubhoo keine allzu grossen Schäden angerichtet hatte. Beim Narighar allerdings sah es etwas anders aus. Von dort erreichten uns Bilder von langen Rissen in den Wänden und die Nachricht, dass Laxmi, Binu, Bk und einige Nachbarn sämtliche Besitztümer in ein Nachbarhaus schaffen mussten, um sie vor den Plünderern in Sicherheit zu bringen.

Gleich nach dem Erdbeben überwiesen wir 1000 Franken auf unser Konto in Nepal, um Laxmi die Möglichkeit zu geben, Soforthilfe zu starten.

In den kommenden Tagen reisten Laxmi und BK zu verschiedenen Orten in und um Kathmandu um Menschen, die nicht in ihre Häuser zurückkonnten zu unterstützten. Zum Teil auch mit der Unterstützung von anderen NGO`s verteilten sie Reis, Gemüse, Dahl, Gewürze, Öl und andere Lebensmittel. Auch grosse Plastikplanen, Kleider, Plastikkübel (Aufbewahrung und Transport von Wasser), Seifen und Zahnbürsten fanden ihren Weg zu den Bedürftigen. Natürlich konnten auch die Frauen vom Narighar von den Soforthilfen profitieren. Dort verteilte Laxmi Nahrungsmittel, Plastikplanen und Toilettenartikel.

Nahe Balkhu und in Lubhoo veranstalteten sie kleine Kinderprogramme um wenigstens bei den Kleinen etwas die Angst vor den Nachbeben zu verscheuchen.

In den folgenden Tagen und Wochen waren Laxmi, BK und zum Teil auch einige der Kinder und Frauen an verschiedenen (Verteil-) Aktionen in und um Kathmandu beteiligt. Zum Teil schlossen sie sich zusätzlich mit Externen zusammen, um sich zum Beispiel die Transportkosten der Hilfsgüter zu teilen. In den ersten Tagen nach dem Beben waren auch Trinkwasser und Essen Mangelware. So verteilte La Dhoka auch Reissäcke, Gemüse, Linsen und grosse Wasserflaschen.

In den Dörfern und Quartieren lief es oft so ab, dass zuerst ein Abgeordneter der Gemeinschaft eine Liste der Hilfsbedürftigen erstellte, damit das Verteilen der Waren reibungslos abgewickelt werden konnte. Erst danach wurden die Sachen verteilt, da es sonst zu Rangeleien und Hamsterei gekommen wäre. Da zu dieser Zeit insbesondere in Kathmandu unzählige Hilfsorganisationen und schliesslich auch die Regierung Güter verteilten, versuchten Laxmi und BK immer wieder in Orte zu kommen, wo sonst noch niemand war. Oft waren das Dörfer, die zwar immer noch im Kathmandu-Tal liegen, aber nicht direkt ans Strassennetz angeschlossen sind.

Nachdem die erste Nothilfewelle langsam vorüber war, begannen wir einzelne Familien direkt mit Geldbeträgen zu unterstützen. Dieses Geld wurde mehrheitlich für die Errichtung von einfachen Notunterkünften benutzt.

Mittlerweile konnten wir einen grossen Wassertank in Dhading und einige Wellblechdächern für das Dorf Bhetan organisieren.
Leider sind einige Unterstützungspläne ins Stocken geraten, da wir zuerst den Monsun abwarteten und Laxmi im August und September mit viel Papierarbeit für das Projekt beschäftig war. Ab Oktober 2015 verunmöglichte die Benzin- und Gasknappheit alle Pläne, da sämtlicher Transport weitgehen zum erliegen kam und Güter extrem teuer und knapp wurden.
Wir setzen darauf, dass sich die Situation ab 2016 wieder verbessert und es uns ermöglicht, die verbleibenden Spendengelder möglichst sinnvoll und langfristig einzusetzen.

Im Januar konnten wir 100 betroffene Schüler in Dhading mit neuer Schulkleidung ausrüsten und mehrere Familien haben mittlerweile finanzielle Hilfe für den Wiederaufbau erhalten.

Erlebnisbericht von Laxmi

„That day I had a dream and I was telling BK that something will happen today.  I visited some relatives and we were outside. In the morning BK`s mother called us and invited us for Lunch. But we were also invited by our cousin for the morning. So we went there around 9 o`clock.  Binu wanted to stay in Balkhu, but I told her to go to Lubhoo and that we can meet in the evening.

So BK and I went to that cousin. We went to the top of the house to see the view. That was at 10 o`clock but I didn`t feel good for some reason. I felt like this house is not a good place to be. That day the sky was dark and I told BK to eat quickly and go home.
So we finished quickly and went down to the street. I sat on BK`s bike with Babbu in my arms. BK was taking a friends call and then it happened.
Suddenly the electric pole started to move and the houses moved. I didn`t know what happened. Then the cousin came running out of the house and shouted “earthquake!” He run out and forgot to collect his two children in the 4th floor. Later his wife came, scolded him and got the two kids down.

The bike fell down and I took Babbu and we ran to some save space.
Later, we wanted to come to Balkhu to see what happened there. BK said: „Don`t worry, it will be fine, the house owner is an engineer and that home will be fine.“
So we stayed in Kirtipur and all people were outside, fearing another big quake. We were all in a field waiting and waiting.

Later, around 8 pm I told BK that we have to go to Balkhu to see the building and we thought it will be a save place to stay and sleep.
We came there but then we saw that the building was also cracked and we couldn`t open the door; it was blocked.

All people were outside and they put tents up. We had nothing, no mattresses, no clothes, no food and it was raining. We could spend the night in some neighbour house.
Early next morning we drove to Lubhoo. It was very difficult. Everywhere were people on the street in tents and we could only drive very slowly.

When we arrived in Lubhoo, they were all sitting outside. The kids, my parents, Binu, the neighbours, the cows, the dog… We made a tent there for the kids and for the next three weeks we stayed in Lubhoo. For some time we stayed in shelters and for some time everyone slept in a neightbours carpentry in one big room. We cooked outside and the men from the neightbourhood guarded the buildings during the night because robbers started to enter the abandoned houses. It was a very hard time.

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