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Die Kinder

Zehn quirlige und aufgestellte Kinder leben in La Dhoka und können dank diesem Projekt wie normale Kinder aufwachsen. Mit viel menschlicher Wärme, als Geschwisterclan und mit wenig Sorgen!

Darf ich vorstellen: Anic, Anamica, Bikesh, Jamunna, Asta, Rajin, Uraj, Niraj, Priya und Alisha!

Die Mädchen

Anamica (Jg. 2001)

Anamica und ihre kleine Schwester Asta haben Eltern in Lele (ein kleines, armes Dorf einige Fahrstunden entfernt). Die Eltern haben beide physische und psychische Probleme und leben in einer Grossfamilie. Anamica kam schon 2005 nach Lubhoo und lebte mit Anik zusammen in Laxmi`s Familie. Als wir sie 2008 mit ihrer Schwester wiedervereinen konnten, war die Freude grenzenlos!
Anamica übernimmt schon viel Verantwortung; sie ist die älteste und somit die Anführerin unter den Kindern. Mit eindrücklicher Sozialkompetenz ist sie die grosse, resolute Schwester für die Anderen und sie hilft gerne und viel im Haushalt mit.  Manchmal holt sie Morgens Wasser am öffentlichen Brunnen, bereitet die Ingwer-Knoblauch-Chilli Paste für das Essen zu und natürlich nimmt sie ihr Ämtli (Stube wischen und in Ordnung behalten) wahr.

Asta (Jg. 2003)

Die kleine, verträumte Asta, mit den langen Wimpern und dem runden Gesicht… Sie ist die kleine Schwester von Anamica.
Astas Welt bestand für eine lange Zeit vorallem aus Essen und spielen.
Am liebsten verkleidete sich Asta mit verschiedenen Schälen in eine Sari-Prinzessin, schminkte sich mit Kajal, klebt sich Bindis auf die Stirn und tanzte zu ihren eigenen Liedern.
Im April 2008 reisten Laxmi und Simone nach Lele um zu sehen, wo und wie diese kleine Schwester und die Eltern von Anamica leben. Nach einer langen Busfahrt und einem Marsch erreichten wir ein grosses Bauernhaus. 14 Personen lebten in diesem Haus zusammen mit Ziegen, Hühnern und allerlei Konflikten.
Asta und ihre Eltern hausten im Dachstock, in einem höhlenartigen Raum, menschliche Exkremente und anderen Gerümpel lagen herum, aufrechtes Stehen unmöglich. Die Mutter meinte, sie würde Asta gerne weggeben, sie wolle dieses Kind nicht…
Bald darauf brachte ein Onkel Asta zu uns und sie wurde von den anderen Kindern freudig aufgenommen. Mittlerweile ist auch Astha erwachsener geworden. Sehr gerne erzählt sie den anderen lange Geschichten und ihr Nickname „Alte Frau“ ist ihr geblieben.

Jamunna (Jg. 2002)

Ihre Vergangenheit ist eher Spekulation als Wissen: Wir glaubten zu wissen, dass sie keine leiblichen Eltern mehr hat, jedoch tauchte eines Sommers ein Besucher aus, der sich als Jamunnas Vater oder Onkel Vorstellte. (So klar ist das nicht immer) Der Besucher zeigte sich erfreut über Jamunna`s Entwicklung und kehrte später zurück zur Feldarbeit in seinem Dorf. Ein verwirrendes aber schönes Erlebnis!
Bevor Jamunna 2008 zu uns kam, war sie bei Verwandten mehr schlecht als recht untergebracht. Ein Mann brachte sie zu uns, in zerrissene Kleidern, kränklich, eine Plastiktüte mit einer alten Jacke drin, 10 Rs zum Abschied und weg war er.
Anfangs zuckte Jamunna bei schnellen Bewegungen zusammen, sie ass so schnell sie nur konnte, sprach fast nicht, wenn dann stotternd, wusste nicht wie schreiben, wusste nicht wie sie sich unter den anderen Kindern verhalten soll… Sie hatte definitiv einen schwierigen Angewöhnungsprozess.
Wie sich dieses Mädchen entwickelt hat! Von einem einzelgängerischen, eingeschüchterten Kind in unsere lachende Jamunna, die gern in die Schule geht und sich dort erst noch geschickt anstellt. Sie hat uns bewiesen: Grosse Fortschritte  in kurzer Zeit sind möglich!
Mittlerweile ist Jamunna eine gesunde junge Frau. Im Haushalt erledigt sie einige wichtige Tätigkeiten mit stolz und geschick.

Priya (Jg. 2007)

Sie ist das Mädchen, welches unsere Rasselbande nun definitiv vervollständigt. Priya stiess im Juli 2012 zu uns. Sie hat drei ältere Schwestern und lebte in Banepa, in der Nähe von Baktapur. Priya hat keine Mutter mehr und lebte bei ihrem Vater, welcher sich und seine Kinder mit der schlecht bezahlten Arbeit in einem Shop über Wasser hält. Unsere Mutter (Bimala) in Lubhoo hörte von einer Bekannten von Priyas ungünstigen Lebensumständen und so kam das Mädchen dann schliesslich zu „La Dhoka“. Anfangs weinte Priya oft; insbesondere in der Schule. Mittlerweile geht sie aber gerne hin. Auch ihre anfängliche Scheuheit hat sich gelegt und mit Asta hat sie eine ähnlich kleine und feine Spielkameradin gefunden. Priya hat sich mittlerweile zu einem aufgeweckten Mädchen entwickelt, was sich auch in einem deutlich gestiegenen Dahlbath-Appetit äussert. In der Schule bringt sie regelmässig super Leistungen und sie wird nie müde, neue englische Wörter zu lernen.
Im Juni 2016 konnten wir Priya in ihrer eingenen Familie reintegrieren. Sie lebt weiterhin in Lubhoo, lebt aber anstatt im La Dhoka Kinderhaus bei einer Tante. Priya besucht nach wie vor die gleiche Schule und nimmt manchmal an gemeinsamen Wochenendaktivitäten Teil.

Alisha (Jg. 2008)

Alisha ist im Juni 2016 zu uns gestossen. Eines Tages kriegte Binu einen Anruf vom CWC (Child Welfare Council). Was Laxmi, BK and Binu nur für eine Platzierungsanfrage hielten stellte sich als reine Information heraus: Schon wenig später würde Alisha samt grossem Gepäck vor unserer Türe abgeladen. Obwohl das Regierungsbüro die nötigen Papiere gleich mitlieferte, ist Alishas Vorgeschichte etwas verwirrend.
Ihre Mutter starb bei einer Operation als Alisha gerade mal 2 Jahre als war. Überfordert mit einem Kleinkind brachte ihr Vater sie nach Kathmandu, wo sie in einem Kinderhaus in Balaju aufgenommen wurde. Nach einem Jahr geschah da ein seltsamer Zwischenfall bei dem Alisha mit einem gebrochenen Bein davonkam. Daraufhin wurde sie in ein Kinderheim in der Swayambu Region gezügelt. Nach drei Jahren wurde dieses Heim geschlossen und Alisha kam schliesslich zu uns.
Alisha ist eher ein stilles Mädchen- taut aber auf, wenn sie erst einmal Vertrauen gefasst hat. Schnell hat sie Freundschaft mit Suryansh (Laxmis Sohn) geschlossen und die Beiden toben oft im Garten herum. In der neuen Schule hat sie sich gut eingelebt und ihr Lieblingsfach ist “Science”. Am liebsten möchte sie später einmal Doktor werden.

Die Jungs

Anic (Jg. 2001)

Anic ist unser ältester Junge. Und der frechste noch dazu. Er kommt aus Jumla, einem sehr schwer zugänglichen Ort im Himalaya. Im Jahr 2005 kam er per Flugzeug mit einem Bekannten ins Kathmandu Valley, wo er dann bei Laxmi`s Familie unterkam.
Anic ist aufgeweckt und flink, jedoch investiert er seine Zeit lieber in Fussball, spielen und draussen sein als in die Schule. Hausaufgaben machen wird kaum jemals zu seinem Lieblingshobby aufsteigen!
Auf meine Frage, was er sich wünschen würde, antwortete er im Sommer 09 „Ich möchte ein guter Mensch sein, eine gute Person und nahe bei Gott.“ Allerdings ganz à la Anic mit einem gewissen Schalk in den Augen… Wir hoffen sehr, dass Anik bald realisiert, dass die Schule doch für etwas gut sein könnte in seinem Leben. Denn mittlerweile ist er schon in der 8. Klasse und das wichtige SLC (School Leaving Certificate) kommt in grossen Schritten näher.

Bikesh (Jg. 2003)

Gewitzt ist er und hat meist ein ernstes Gesicht, welches sich aber immer wieder in ein strahlendes „Bikesh-Grinsen“ verwandelt. Immer zu Streichen aufgelegt, auf Räubertour mit Anik und fest entschlossen, einmal ein Soldat zu werden.
Bikesh hat eine Mutter, die mit seinem älteren Bruder ausserhalb von Bakthapur (Nachbarstadt) lebt und einen Chai (Tee) Stand betreibt. Ihr Verdienst reicht nicht aus um zwei Kinder grosszuziehen. Daher wendete sie sich vor einigen Jahren in ihrer Not an eine Bekannte aus Lubhoo, welche wiederum Laxmi kannte, und uns so vermittelte.
Bikesh kam im April 2008 zu La Dhoka. Der Kontakt mit der Mutter ist sehr gut und ab und zu kommt sie auf Besuch bei La Dhoka.

Rajin (Jg. 2003)

Bevor Rajin zu uns kam, lebte er mit seiner Mutter (23) und seinem Bruder (8) in einem Dachstock in Lubhoo. Ursprünglich kommt die unvollständige Familie aus einem Dorf ausserhalb des Tales. Durch einige wohlwollende Menschen gelangte die Mutter mit den beiden Kindern bis nach Lubhoo, wo sie bei einer Familie gratis (aber sehr einfach) wohnen und arbeiten konnte. Die barmherzige Familie kam bisher für das Schulgeld und Essen der Kinder auf, konnte aber die zukünftig anfallenden Kosten für Schule und Esser aber nicht für beide Kinder bestreiten.
Dadurch, dass Rajin zu La Dhoka kam, waren die Mutter und die Familie von Lubhoo stark entlastet.
Rajin ist ein wifer und fröhlicher Junge. Wie alle Jungs ist er selten um schlagfertige Antworten verlegen und verbringt seine Freizeit am liebsten auf dem Fussballplatz.
Mittlerweile ist die Mutter leider verschwunden ohne uns ihren neuen Wohnort mitzuteilen. Wir hoffen, dass sie bald wieder Kontakt aufnimmt.

Uraj Gurung (Jg. 2004)

Uraj („Urasch“) und sein jüngerer Bruder Niraj stiessen im November 2011 zu unserer Schar. Ihr abgelegenes Zuhause ist in Kavre, ein District um Dhulikel, einige Fahrstunden von Lubhoo entfernt. Uraj und sein Bruder lebten dort mit ihrer kranken Grossmutter, einem noch kränkeren Grossvater und ihrem stark alkoholabhängigen Vater in einem sehr heruntergekommenen Haus. Als Uraj zu uns kam war seine Haut im Gesicht rissig und spröde und die spärliche Ernährung und feuchte Unterkunft zeigten ebenfalls körperliche Spuren. Er schien ein ruhiger Junge zu sein, einer der etwas Zeit braucht; lange beobachtet bevor er selbst ins Geschehen einsteigt. In die Schule war er noch nicht oft gegangen. Obwohl er bei seiner Ankunft schon 7 Jahre alt war, beherrschte er nur mit Mühe und Not und einiger Hilfestellung das nepalesische ABC (Devanagrischrift).
Staunend nahm Uraj die vielen neuen Eindrücke bei „La Dhoka“ auf: Die vielen Kinder, das viele Essen, die Autos, der Fernseher…alles Dinge, die es in seinem feuchten, zerfallenen Zuhause nicht gegeben hat.
Mittlerweile ist Uraj aus seinem Schneckenhaus ausgestiegen. Er ist immernoch ein ernster Junge, der aber auch gerne lacht und seinen Platz in der Gruppe gefunden hat. Besonders Laxmis Vater hält grosse Stücke auf ihn, da Uraj sehr gerne im Stall mit der Kuh mithilft und ihm gerne zur Hand geht.

Niraj Gurung (Jg. 2006)

Wie sein Bruder Uraj hatte Niraj („Nirasch“) gerade einmal ein Jahr lang die Schule besucht. Im Haus der sehr armen Grosseltern verbrachte er den Tag mit Fliegen im Gesicht auf einer Bastdecke sitzend, oft mit Bauchschmerzen und anderen Leiden, verschuldet von den sehr schlechten Lebensbedingungen. Die beiden Kinder schliefen auf einigen feuchten Lumpen in diesem Haus, welches mit seinem Pilzbefall und morschen Balken jederzeit einzustürzen drohte.
Niraj war von den beiden Brüdern der Vorlautere. Schon am ersten Abend in La Dhoka begann er zu Sprechen und schon drei Tage später prügelte er sich munter mit Rajin; die beiden verstanden sich auf Anhib.

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